Ist Minimalismus die Lösung oder nur ein weiterer Trend?

Ist Minimalismus die Lösung oder nur ein weiterer Trend?

Rund 10'000 Gegenstände besitzt ein durchschnittlicher Schweizer. Bücher, Besteck, Tassen, Teller, CDs, Hosen, Socken.... die Liste ist sehr lang. Wir sind Jäger und Sammler geblieben, obwohl die Zeiten sich geändert haben.

Doch seit ein paar Jahren erobert eine Gegenbewegung die westliche Welt. Aufgeräumt, clean, luftig und leicht liegt im Trend. Bestseller-Autorin und Aufräum-Guru Marie Kondo zeigt uns seit 2019 in ihrer Netflix Serie wie es geht. Nach der KonMarie Methode müssen wir unsere 10'000 Gegenstände alle in die Hand nehmen, bevor wir uns von ihnen danke-sagend trennen können oder auch nicht. 

Unser überladenes, hektisches Leben soll besser werden, wenn wir nur noch wenige Lieblingsdinge besitzen, die wir auch benützen oder täglich bewundern.

Der Postmaterialismus war schon in der 1970er Jahre ein Thema. Auch die Hippies, die sogenannte 68er Generation, stellen den Komsumverzicht als ideal dar. Später in den 1980er Jahre war die Gesellschaft materialistischer und erfolgsorientierter.

Hat die neue Welle von Minimalismus mehr potential?

Die aktuelle Bewegung hat keine politische Abischt. Es geht um einen cleanen Lebensstil, bei dem man sich mit viel weniger Dingen umgibt. Allerdings besitzt man sehr hochwertige, schöne Dinge. Kritiker würden sagen, dass man sich einen so hochwertigen Lebensstil auch erst einmal leisten können muss.

Fazit:

Der Minimalismus als reine Stilfrage löst keine Probleme. Jedoch als Anstoss zum Umdenken taugt er allemal.

 

Zusammenfassung der Quelle: Der Standard, 26.1.20, Olivera Stajic